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Es
ist wirklich ein wenig so, als würde man auf einem gefrorenen See liegen. Das
kalte, harte Eis im Rücken, den Blick auf den sternlosen Nachthimmel gerichtet.
Eigentlich solltest du gar nicht hier sein; eigentlich sollst du dich nicht auf
gefrorene Seen legen, die jeden Moment einbrechen könnten. Und trotzdem bist du
da. Irgendetwas hält dich hier. Vielleicht ist es die gebrochene Oberfläche,
das schwarze, eisige Loch ein paar Meter von dir entfernt. Es zieht dich
magisch an obwohl du ganz genau weißt wie gefährlich dieses Loch ist. Du weißt
es, weil die Kleidung triefend nass an deinem Körper klebt und ihn von Zeit zu
Zeit erzittern lässt.
Es
ist gar nicht mal so lange her, da lagst du an der Kante zu diesem Loch; ein
Bein baumelte noch immer in der Eispfütze, weil es zu anstrengend war es
anzuheben. Alle Kraftreserven aufgebraucht, hast du dich aus dem Wasser
gerettet, das dich in die Tiefe zu reißen drohte und deinen Tod forderte. Es
wollte dich ertränken, wollte deine Lungen mit dem dunkeln Eiswasser füllen, wollte dich verschlingen. Tränkte deine Kleider und zog dich runter wie in einem
tödlichen Tanz. Ein Schritt vor, zwei zurück. Manchmal hast du es geschafft Luft
zu schnappen; aber jeder Atemzug war so schmerzhaft wie ein Messerstich.
Und
doch hast du es geschafft; entgegen deiner Erwartungen und aufgegebenen Hoffnung
hast du es geschafft dich auf das brüchige, stabile Eis zu retten.
Und
jetzt wo deine Kräfte zu dir zurückkommen, traust du dich nicht dem Loch deinen
Rücken zuzukehren. Viel zu groß ist die Angst, dass es unerwartet zurückschlägt
und wie durch einen heftigen Faustschlag das Eis zum Brechen bringt. Du weißt,
dass du so schnell wie nur möglich von dem See runter und so viel
Distanz wie möglich zwischen dir und dem Loch kriegen solltest, und doch stehst
du am Loch als wärst du festgefroren. Es zieht dich magisch an, diese
Dunkelheit und ihre unendliche Tiefe. Fast schon faszinierend. Du schaffst es
nicht loszulassen. Du schaffst es nicht zu gehen ganz egal wie schrecklich
dieses eisige Loch für dich war.
Lass
los.
Lass
mich nicht los. Lass mich nicht alleine das Neue erkunden.
Lass
los.
Lass
los.
Lass
los.
Lass
los.
...
Lass
los.
Bitte
lass endlich los. Es ist vorbei.
Ich
tu mich schwer loszulassen, obwohl ich weiß, dass ich sollte. Ich weiß, dass es
vorbei ist, aber ich kann es nicht loslassen. Es ist alles was ich in den
letzten 3 Jahren kannte. Es ist vorbei. Es ist vorbei. Es ist endlich vorbei;
endlich das was ich mir so sehr gewünscht habe; dass es aufhört wehzutun.
Ich
traue dem nicht, dass es vorbei sein soll. Wer sagt mir, dass es ganz sicher
vorbei ist, wer sagt mir, dass niemand hinter der nächsten Ecke steht und mich
kidnappt und zum See zurückschleppt? Wer kann mir das garantieren? Niemand. Niemand
kann wissen was passiert. Ich traue mich nicht meine Geschütze runterzunehmen
und die Waffen niederzulegen, aber ich muss weil ich sonst nicht weiterkomme.
Und ich will weiter. Ich wollte immer nur Weiter. Weg von dieser Weggabelung.
Ich
tu mich schwer zu akzeptieren, dass ich mich nicht mehr verletze. Es fällt mir
schwer dies zu akzeptieren weil es sich noch nicht abgeschlossen anfühlt. Ich
hatte nie vor damit abzuschließen. Noch nicht so bald jedenfalls. Ich kann
nicht aufhören weil ich es wirklich nicht möchte. Und ich kann mich nicht
verletzen weil ich weiter will.
Es
will nicht verschwinden weil ich es nicht lasse. Ich manipuliere mich ständig
selber, kämpfe gegen den Drang, kämpfe gegen meine eigenen Träume und Wünsche.
Ich muss endlich aufhören mich selbst zu bekämpfen ohne, dass dies bedeuten
würde, dass ich aufgebe.
Ich
werde das schaffen. Ich werde loslassen.
Lass
los.
Lass
endlich los.
4
Monate 11 Tage

Hey,
AntwortenLöschendanke für deinen Kommentar!
Irgendwie freut es mich, das zu hören. (:
Hast du noch einen anderen, aktiven Blog oder bist Du nur noch sporadisch in der ,Bloggerwelt' unterwegs? Ich habe ne Zeitlang mal hier still mitgelesen und deine Posts haben mir immer gut gefallen. :>
Liebste Grüße. <3
Ach so, kein Ding. :D
AntwortenLöschenIch studiere Philosophie-Neurowissenschaften-Kognition; ziemlich ungewöhnlich, ich weiß.
Und du?
Hab einen schönen Tag! <3